Nun, eigentlich könnte man ja annehmen, wir müssten dem Meister der vermeintlichen Unperfektheit, diesem Berliner Designer mit den ominösen, offenen Nähten, bald überdrüssig sein – schließlich bleibt sich Vladimir Karaleev Saison für Saison so dermaßen treu, dass dem ein oder anderen auf den ersten Blick eventuell nichts Neues auffällt – aber keine Sorge, mit dieser Annahme liegt man natürlich völlig daneben.
Wir würden an dieser Stelle fast behaupten, Vladimirs bislang schönste und detailverliebteste Kreationen zu sehen: Zum allerersten Mal arbeitete der Designer mit Druckknöpfen aus Plastik, die den perfekten Bruch zu seinen rohen Materialien darstellen. Noch nie gab’s solch präsente Kragen, die jedes Stück gleich mit einem adretten Touch umhüllen – und selten waren wir bei einem Berliner Designer so verknallt in seine Hosenform: 80er Jahre deluxe, mein Lieber – und in Kombination mit dieser wunderbaren Pumps-Wahl ist der Komplett-Look glatt eine äußerst gelungene Punktlandung.
Die deutsche Vogue beschreibt Mister Karaleev als Meister der Bricolage und trifft damit wohl den Nagel auf den Kopf: Was im ersten Moment konzeptlos zusammengeflickt wirkt, offenbart seine unperfekte Perfektion auf den zweiten Blick. Ohne Patchwork keine Vladimir-Kreation, ohne Raffungen und unnötige Stofflappen hier und da kein Karaleev. Es ist wie immer: Der gebürtige Bulgare designt so, damit es gleich getragen aussieht – und setzt sich damit jedes halbe Jahr ein neues Krönchen auf den Kopf.
Wir bleiben Saison für Saison mehr als begeistert von unserem heimlichen Star der Fashion Week – auch ganz ohne Präsentation. Und wünschen uns noch ganz viel mehr Vladimir Karaleev <3