Vor ziemlich langer Zeit, als ich noch einen Bob und jede Menge bunte Buttons trug, versuchte meine Mutter mir eines herbstlichen Nachmittags eine ihrer in die Jahre gekommene Wachsjacken anzudrehen. Nee, dachte ich damals. Niemals. Zu groß war die Angst, auszusehen, als sei mein einziger Geburtstagswunsch ein Golden Retriver. Oder ein paar Reitstunden.
Nike, bemerkte mein Vater da zynisch, du hast ja wirklich gar keine Ahnung. Lies dir mal ein paar Passagen über Mods durch, deren Musik magst du ja schonmal, und die trugen allesamt ganz sicher nicht nur Parka, sondern hätten sich, das ist ganz klar, die Finger nach so einem Mantel geleckt. Ich glaubte ihm, wenn auch nicht sofort, und verpflanzte noch am selben Tag jeden einzelnen The Who Button auf das neue alte Barbour-Exemplar in meinem Kleiderschrank, um fortan mit geschwollener Brust gen Schule zu schreiten. Ein bisschen, da bin ich jetzt mal ganz ehrlich, kann ich das Gefühl von damals noch heute nachempfinden. Ich wollte sämtlichen Skeptiker*innen mitsamt ihrer Vorurteile ein Schnippchen schlagen und außerdem den Perlen-Paulas aus der Parallelklasse beweisen, dass sie die Wachsjacke auf keinen Fall nur für sich gepachtet hatten. Ein bisschen ist das bis jetzt so, was vielleicht auch erklärt, weshalb ich Barbour seit fast 15 Jahren treu geblieben bin. Ein Spitzen-Klassiker ist die Wachsjacke mit ihrem Kordkragen mittlerweile für mich, einer, der zu allem passt, selbst wenn mal gar nichts passt. Der nicht nur hübsch anzusehen, sondern tatsächlich zu gebrauchen ist, auch draußen, wenn die Welt untergeht. Ihr wisst schon. Noch besser, dass die klassischen Wachsjacken noch immer in Nordengland produziert werden – wie, das hat Sarah euch hier bereits en detail erklärt und gezeigt.
Und so kommt es, dass wir Janes, das sieht man zum Beispiel hier, sobald der Himmel Löcher kriegt, immer wieder zu den gleichen Jacken aus der Timeless Originals-Kollektion greifen. Und zu Pullovern. Und zu Mänteln. Und neuerdings sogar zur Stepp-Variation. Zu Verdanken haben wir das aber nicht nur unserem eigenem Geschmack, so viel Ehrlichkeit muss sein. Alexa Chung zum Beispiel steuert ganz bestimmt auch regelmäßig ihren Teil dazu bei: Kein Festival ohne Barbour, schaut mal hier. Oder die fabelhafte Queen, die ihren Garten kaum ohne Wachsbegleiter zu betreten scheint. Ein bisschen Abschauen wird ja wohl erlaubt sein. Ganz zu schweigen von der herrlichen Dame Margaret Barbour höchst persönlich, die so sympathisch erscheint, dass man beinahe geneigt ist, sie auf ein Stück Torte einzuladen.
Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Steppjacken sollten wir dieser Tage bitte nicht unterschätzen. Abgesehen davon, dass sie gerade dabei zu scheinen, immer beliebter, ja vielleicht sogar omnipräsent zu werden (obwohl, das sind sie dank der eklektischen Streetwear wohl ohnehin schon, genau wie der britische Rest – Stichwort Wood Wood!), muss ich gestehen, doch überrascht davon zu sein, wie warm und überhaupt nicht spießig etwa dieses Modell hier daher kommt. Ich mag ja ohnehin alles, was kastenförmig und bloß nicht zu körperbetont, ja fast schon unisex ist.
– In freundlicher Zusammenarbeit mit Barbour –